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  • Patrick Wilth

Die Auswirkungen des starken Baht- Segen oder Fluch?

Wer vor ca. 10 Jahren nach Thailand in den Urlaub geflogen ist, der konnte eine recht einfache Devisenkursberechnung vornehmen. Ein Euro waren über den Daumen gerechnet 50 Baht. Der größte thailändische Geldschein ist die 1000 Baht Note. Mit einem Wert von 20 Euro ist jedoch die Kaufkraft um ein vielfaches höher gewesen.

Ein Mittagessen für 4 Personen in einem kleinen Strandlokal inklusive der Getränke, ein kleiner Großeinkauf auf dem örtlichen Streetfood-Markt oder mit dem Taxi vom Flughafen in Bangkok bis zum Hotel inklusiver der ersten Drinks in der nächsten Bar und einem Trinkgeld für den Fahrer, all das für 20 Euro.


Das Land hat Abenteurer, Sonnenanbeter, Wassersportler ebenso wie Backpacker und Frührentner gleichermaßen in seinen magischen Bann gezogen. Atemberaubende Naturkulissen, wunderschöne maritime Nationalparks, gastfreundliche Einheimische, traumhafte Strände, Kokospalmen, exotische Früchte, leckeres Essen, eine gut erschlossene Infrastruktur und dazu benötigt man nur ein schmales Budget in der Reisekasse. Kein Wunder also, dass sich Thailand zu einem der beliebtesten Urlaubsziele für Jung und Alt in Südostasien entwickelt hat.


Auch wirtschaftlich lief es für den südostasiatischen Tigerstaat ziemlich rund. Thailändische Produkte sind bei den Nachbarstaaten als Qualitativ äußerst hochwertig angesehen. Das thailändische Kunsthandwerk, ist sowohl bei Touristen als auch bei Einheimischen gleichermaßen beliebt. Auch in unserem Thairestaurant in Hamburg sind einige Exponate aus dem thailändischen Heimatland zu finden.

Thailand ist in der Region Südostasien und bis weit über den Ozean hinaus als exportstarke Volkswirtschaft bekannt. Hierzu trägt im Agrarsektor, maßgeblich die Reisernte, mit dem daraus resultierendem Exportgeschäft bei. Die Weltparktpreise für Reis bestimmen die Einkünfte der Bauern, die Ihre Ernten an die Grosshändler verkaufen. Die Bauern stammen aus dem Isaan, einer Region im Nordosten von Thailand, angrenzend an Kambodscha und Laos.



Eine der bedeutendsten Handelsstädte im Norden von Thailand, ist das nicht unweit der laotischen Hauptstadt Vientiane gelegene Udon Thani. Udon Thani wird als eine der Reiskammern des thailändischen Königreiches gehandelt. Von hier aus geht der Reis dann in die Nachbarländer oder den Binnenmarkt, bevor er gedämpft und als Khao Suay serviert wird. Auch bei uns im Thai Restaurant in Hamburg, wird Khao Suay, als Beilage zu den köstlichen Gerichten der thailändischen Garküche, serviert. Doch was bedutet ein starker Baht für die Bauern im Isaan, für die exportierenden Großhändler des Landes, für den Tourismus, für die Inländischen Investoren, aus dem In-und Ausland?


Verdeutlichen wir es an unserem 1000 Baht Beispiel. Nach heutigem Wechselkurs ergibt sich aus dem € von einem Wert von 1:50 ein Wert von 1:33. Unsere 1000 Baht kosten 33,33€ statt 20 € Was bedeutet es, wenn einer Währung innerhalb von 10 Jahren einen Wertzuwachs von 66% wiederfährt für die Langzeitinvestitionen von mit Auslandskapital finanzierten Unternehmungen? Was bedeutet es für den Tourismus des Landes und das Konsumverhalten der Touristen? Der Tourismus ist in einem Land wie Thailand, wo die meisten Orte nicht mehr als 30.000 einheimische Einwohner beherbergen nach wie vor ein starker Wirtschaftszweig und spielt dem Land ausländische Devisen ein.

Es ist also nicht verwunderlich, dass von einigen Seiten versucht wird, darauf zu drängen, dass der Baht reguliert wird. In 2020 soll die thailändische Zentralbank damit beauftragt werden. Sollte sich der Baht über 1:35 entwickeln dann wäre das ein Trend in die richtige Richtung. Die letzten staken Einbrüche unter diesem Wert gab es seit der Talfahrt 2009 erst 2014/15. Der Baht sollte sich auf 1:38 bis 1:40 regulieren, da sind sich die Experten einig. Das würde auch uns Touristen Spass machen, denn der ein oder andere Baht mehr im Portemonnaie, wäre sicher gern und wohlwollen investiert.


Ob für einen köstlichen Streetfood Snack, tropische Früchte, erfrischende Shakes und Smoothies, oder für ein kulturelles Ereignis. Der Extragroschen wird selbstverständlich gerne investiert. Auch die Bauern aus dem Isaan, aus Udon Thani oder dem Umland von Bangkok, bekämen wieder höhere Preise für Ihre Ernten. Auf den Tellern der Thairestaurants in Deutschland, Europa den USA und überall dort, wo authentisches Thaifood, als Exportschlager des Landes, seine Heimat hat, landet der Reis, als gedämpfter Khao Suay, auf den Tellern der hungrigen Gäste. Ob der Baht stark oder schwach ist spielt hier keine Rolle, die größten Auswirkungen wiederfahren dem Binnenland. Das sind unsere kurzen Impressionen zum starken Baht in Thailand. Wir freuen uns über eure Meinungen und Erfahrungen zu dem Thema. Entscheidet selber, ist der starke Baht ein Segen oder ein Fluch?



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